Verstehen. Reflektieren. Begleiten
SOJA-Jahrestagung in Schmiedeberg: KI in der Lebenswelt junger Menschen
Künstliche Intelligenz ist längst Teil der Lebenswelt junger Menschen. Es ist also höchste Zeit darüber zu sprechen, wie junge Menschen im Umgang mit KI durch sozialdiakonische Fachkräfte unterstützt und begleitet werden können. Dabei geht es nicht nur um Schutz, sondern auch um Teilhabe: Junge Menschen haben ein Recht darauf, die digitale Welt aktiv mitzugestalten, sich zu informieren und neue Technologien selbstbestimmt zu nutzen.
Am Ende der Tagung: Welche Aufträge und welche Fragen stellen wir uns nach drei Tagen intensivem Nachdenken, Ausprobieren und Dialog?
- altersangemessene Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern zum Thema KI entwickeln
- Guidelines zu KI-Nutzung in der Jugendarbeit
- Wie kann mich KI in meiner Arbeit unterstützen?
- Sozialarbeiter:in 20230: Wie verändert sich das Rollen-, Aufgaben- und Kompetenzprofil?
Doch zurück zum Beginn der Tagung: Mit was haben wir uns beschäftigt? Was trieb uns um?
Den Auftakt machte Martin Kutz, TU Dresden, mit seinem Fachimpuls „Einstieg in die Welt der Künstlichen Intelligenz. Menschsein im KI-Zeitalter.“ Neben den technischen Grundlagen von KI machte Martin Kutz vorallem nach dem Menschen im Angesicht von KI auf, machte das Menschliche in Zeiten des Wandels stark und eröffnete ein Nachdenken über Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts aus theologischer Perspektive.
Anne Hilliger, freiberufliche Medienpädagogin, führte ein in „KI-Kompetenzen. Eine Konstellation aus Fähig- und Fertigkeiten“. Die Teilnehmenden entwickelten sogleich am Beispiel von Szenarien aus der Kinder- und Jugendhilfe pädagogische Handlungsoptionen um KI-Kompetenzen bei jungen Menschen zu fördern.
Mit Blick auf die aktuelle Studienlage zur Nutzung von KI durch junge Menschen stellte Heike Gruhlke, Referentin für Sozialdiakonische Kinder- und Jugendarbeit, Zusammenhänge zwischen psychischer Belastung, digitalen Wohlbefinden und der Nutzung von KI her. Zudem stellte sie die Handlungsempfehlungen der Expert:innen-Kommission „Kinderschutz in der digitalen Welt“ vor. Diese verbinden entwicklungsorientierte Perspektiven mit Maßnahmen, die sowohl Schutz, Befähigung wie auch Teilhabe an der digitalen Lebenswelt in den Blick nehmen.
Mit ihren Beitrag „ChatGPT hört zu. Und wir?“ rückte Carla Zech, wissenschaftliche Mitarbeiterin, JFF Institut für Medienpädagogik, in den Fokus, wie junge Menschen KI-Bots erleben, wenn sie ihre Probleme besprechen und was das für die Jugendarbeit bedeutet.
In den Experimentierräum: KI-Kompetenz folgten die Teilnehmenden ihren eigenen Lern- und Themeninteressen.
Die Jahrestagung der Landesarbeitsgemeinschaft Sozialdiakonische Kinder- und Jugendarbeit fand vom 28. bis 30. September in Schmiedeberg statt.
