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Ein Contra

| Konfirmandenzeit

Beitrag zum Thema Konfiprüfung für "Der Sonntag - die Kirchenzeitung".

In Prüfungen wird etwas bewiesen oder erprobt. Es geht darum, herauszufinden, ob etwas funktioniert, verstanden oder gewusst wird. Geprüft wird, ob Fähigkeiten oder Wissen ausreichend vorhanden sind. Ich finde es gut zu wissen, dass Bäcker Lebensmittel so behandeln, dass man von ihrem Verzehr nicht krank wird. Ich bin dankbar, dass Ärztinnen nicht einfach nach Intuition Patient:innen behandeln. Die TÜV-Prüfung ist ein notwendiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Sie wendet Gefahren ab. Mir fehlt die Phantasie dazu: Welche Gefahr könnte von jungen Menschen ausgehen, die das Glaubensbekenntnis oder Psalm 23 nicht auswendig können? Die Konfirmation ist keine Zeugnisausgabe und kein Abschluss. Vielmehr sollte die Konfirmation doch ein Beginn oder eine Station auf dem Weg als Christin sein. Zur Konfirmation wird Jugendlichen, auf ihr Bekenntnis hin, ein Segen zugesprochen. Diesen Segen erhalten sie weder, weil sie einen Abschluss gemacht haben, noch, weil sie bewiesen haben, dass sie ausreichend gute Christen sind.

Gerade im christlichen Kontext werden Prüfungen auch im Zusammenhang mit besonders leidvollen Erfahrungen gesehen. Oder wie der Duden sagt: „schicksalhafte Belastungen“. Ein weiteres Indiz?

Stattdessen dürfen Konfirmandinnen und Konfirmanden in ihrer Konfizeit prüfen, wo ihr Platz in der Gemeinde ist und vor allem, ob der christliche Glaube ein tragfähiges Fundament für ihr Leben ist. Eine Frage noch: Werden auch Erwachsene geprüft, die an einem Glaubenskurs zur Vorbereitung auf die Taufe teilnehmen?

Kristin Preuß, Referentin für Konfirmandenarbeit
Veröffentlicht in "Der Sonntag" - 29. März 2026

Schiefertafel mit dem Begriff TEST"
Foto: Gerd Altmann pixabay.com
Kristin Preuß
Foto: Nora Henker