Deutsche Kirchenmeisterschaften beim Oberelbemarathon
„Kirche, die mitläuft“
Der Begriff „Deutsche Kirchenmeisterschaften“ bedarf mehrerer Erläuterungen. Bei der 2016 erstmals vom Arbeitskreis Kirche und Sport der EKD initiierten Kirchenmeisterschaft handelt es sich um eine Sonderwertung innerhalb einer etablierten Marathonveranstaltung. Eingeladen sind laufsportbegeisterte Christinnen und Christen aus allen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ursprünglich war vorgesehen, dass der Veranstaltungsort jährlich wechselt. Für 2026 bewarb sich die sächsische Sportarbeit; das Landesjugendpfarramt Dresden übernahm die Trägerschaft.
Der Name suggeriert ein Großereignis, erweist sich in der Realität jedoch als bescheidenes Angebot und trat 2026 als Farbtupfer beim Oberelbemarathon in Dresden am 26. April hervor. Nur eine Sportlerin aus den alten Bundesländern reiste an; ein weiterer Teilnehmer aus der Lausitz meldete sich nach einem Interview im MDR Kirchenradio kurzfristig an. Vorwiegend folgten Teilnehmende aus Sachsen, insbesondere aus dem Vogtland, der Einladung und gaben der „Kirche, die mitläuft“ ein Gesicht.
Intensiver als bei den bisherigen Meisterschaften bot Dresden Möglichkeiten zur Begegnung, Begleitung und Zurüstung. In der Jugendkirche fanden gemeinsame Mahlzeiten, laufspezifische Fachvorträge mit Tell Wollert von laufend aktiv sowie ein Gottesdienst statt; musikalisch wirkte unter anderem Stoffwechsel e.V. mit. In der Predigt von Pfarrer Christian Heurich wurden die aktuellen Bezüge des Freudenboten (Jesaja 52,7) bedacht: die Verkündigung von Heil und Befreiung an Menschen, die sehnsüchtig auf Rettung warten. Daran wurde angeknüpft – mit einem Stand auf der Läufermesse, mit Laufshirts mit der Aufschrift „Jesus – Wir laufen und sehen auf zu ihm“ (Hebräer 12,1–2) und schlicht dadurch, dass Christen beim Laufen nah bei den Menschen sind.
Als Farbtupfer verstanden, war die Veranstaltung vielleicht nicht mehr; dennoch erinnerte die Situation in Dresden an den Ruf Jesu zum Laubhüttenfest „Wen da dürstet, der komme zu mir“ – von vielen ungehört, für einzelne aber der Beginn von etwas Wundervollem. Im besten Fall bleibt ein Eindruck haften: ein Moment beim Laufen, ein kurzer Austausch am Rande, ein Wort aus der ausgegebenen Sportlerbibel, das auf die Sehnsucht einer suchenden Person trifft.
Viele Eindrücke wurden mitgenommen, ebenso die Atmosphäre dieses Laufsportereignisses mit über 9.000 Teilnehmenden. Gemeinsam wurde gefeiert, dass alle ins Ziel kamen, persönliche Ziele erreicht wurden und einige bemerkenswerte Ergebnisse erzielt wurden. Ergebnisse (Auswahl): Thomas lief den Marathon in 2:42 h und belegte den 9. Platz in der Gesamtwertung; Stefan wurde mit 1:14 h Gesamtdritter im Halbmarathon; Christina erreichte in ihrer Altersklasse den 4. Platz unter 180 Läuferinnen.
Kritik und Wohlwollen, Schweigen und Begeisterung begleiteten die Vorbereitungszeit. Dank gilt den Mitstreitenden und Mitläufernden, den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden der Jugendkirche Dresden, dem Stoffwechsel e.V. und allen, die die Aktion wohlwollend beworben haben. Möglicherweise wird es 2027 eine Neuauflage geben.
