SPIELEN & GESTALTEN - Kurs für Spielleiter 2011-2014
Der Erfolg der Kurse für Spielleiter bei SPIELEN & GESTALTEN spricht sich herum, die Nachfrage hält an! Hiermit wird der 8. Kurs für Spielleiter 2009-2011 ausgeschrieben.
Das Modell hat sich bewährt, die Realisierung richtet sich nach den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Dieser zweijährige praktische Kurs wendet sich an Interessenten aus dem kirchlichen, schulischen und sozialen Bereich, die beruflich oder in ihrer Freizeit als Spielleiter arbeiten oder aktiv werden wollen. Er ermöglicht Erfahrungen, trainiert Fertigkeiten und vermittelt Kenntnisse, die für die Spielarbeit mit Amateuren von Nutzen sind.
Der Kurs versteht sich als praxisbegleitend. Was da geschieht, soll in lebendigem Wechselspiel zur sonstigen Tätigkeit seiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen. Sie werden als Persönlichkeiten gefragt und in Gruppen- und Einzelarbeit als Spieler, als Spielleiter, als Dramaturgen, als Beobachter und Kritiker gefordert.
Beobachtungs-, Kommunikations- und Sensibilisierungsübungen begleiten den Kurs. Die hier angewendeten Methoden der Theaterarbeit verweisen darauf, dass Spielen ein sinnvolles Tun ist, welches Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit differenziert und erweitert. Dazu gehören die Kommunikation über die Arbeiten des anderen und anderer genauso wie die schriftliche Abschlussarbeit über ein beendetes oder zu erarbeitendes Projekt.
Da der Kurs sich schrittweise aufbaut und während der Treffen dem Einzelnen immer konkrete Aufgaben innerhalb des Ganzen gestellt werden, ist Teilnahmedisziplin erforderlich.
Ausgang und Ziel von darstellendem Spiel ist der Mensch in seinen vielfältigen Beziehungen zu sich, zu seinesgleichen und der ihn umgebenden Realität: zu Gesellschaft, Natur und Gott.
Spielen ist „Als-Ob-Handeln“, ein Akt der Freiheit und der Möglichkeit. Es ist die Transformation von persönlicher Erfahrung in künstlerische Realität. Der Spieler, ob mit oder ohne (Text-)Vorlage, ist er selbst und zeigt sich als Figur im Raum den Zuschauern. Dieser schöpferische Vorgang wird zumeist in einer Aufführung öffentlich und kenntlich gemacht. Das erfordert neben Bereitschaft und Phantasie auch Fähigkeiten und eine Genauigkeit im Denken und Tun, damit seine „Sprache gelesen“ werden kann. Improvisiertes, jedesmal neues und/oder verabredetes, wiederholbares Spiel vor Publikum unterliegt Gesetzen, die erlernbar sind.
BEOBACHTEN-BESCHREIBEN-WERTEN-ENTSCHEIDEN ist die Schrittfolge für die gedankliche Arbeit.
PROBIEREN-PRÜFEN-PROBIEREN-FIXIEREN gilt für die praktische Arbeit.
DER GESTUS ist ein Merkmal und „Verkehrszeichen“ zwischenmenschlichen Verhaltens im Leben und im darstellenden Spiel. Er muss erkannt, gesucht und angewendet werden.
DAS NICHT..., SONDERN... wird als dialektisches Mittel für Vergleiche, Entscheidungen und Begründungen genutzt.
Der zweijährige Kurs wird - nach einem Wochenende der Einführung - jeweils vier Wochenenden und je eine fünftägige Arbeitswoche enthalten. Bei Bedarf können zusätzliche Wochenenden eingefügt werden.
Im ersten Jahr geht es um die Grundlagen des Spiels: Beobachtung, Raum und Gegenstände, Körpersprache, Atem und Stimme, Zusammenspiel. Die erste Arbeitswoche fasst die Ergebnisse in einem Improvisationsprojekt zusammen.
Das zweite Jahr simuliert Inszenieren nach Spielvorlage. Es geht um Dramaturgie, Regie, Sprache/Sprechen, Bühne und Kostüme und ihre künstlerischen und technischen Begleiter. In der zweiten Arbeitswoche werden die gesamten Erfahrungen zu einem Theaterprojekt zusammengeführt.
Leiter des Kurses ist Jörg Mihan, Dramaturg aus Berlin. Als Gäste werden eine Bewegungslehrerin eine Stimmbildnerin und ein Bühnenbildner hinzugezogen.
Der Kurs ist für zirka zwanzig Teilnehmer ausgelegt. Es gibt Gemeinschafts-, aber auch Gruppen- und Einzelarbeit. Zusammenwirken, Arbeitsteilung und Eigenverantwortung werden geübt sowie der professionelle Kommentar und Austausch über Verläufe und Ergebnisse.
LEARNING BY DOING ist die grundlegende Methode, und das Ganze wird geführt als WORK IN PROGRESS. Das heißt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestalten, erleben und vollziehen selbst theatralische und gruppendynamische Vorgänge nach, die sie ansonsten mit ihren Spielerinnen und Spielern selbstverantwortlich organisieren, steuern und korrigieren müssen. Ihnen wird hier eine doppelte Chance und Aufgabe geboten: im erfahrungsreichen Mitmachen einerseits und im ergiebigen Reflektieren und Selektieren des Erlebten und Gelernten für die eigene Arbeit andererseits. Dafür stehen die Leiter und alle Mitwirkenden zur Verfügung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind beständig aufgefordert, während und nach der Arbeit, für sich Bemerkenswertes zu notieren, zu bedenken und für ihre Bedingungen umzuwandeln bzw. anzuwenden.
Es wird angestrebt, geeignete Aufführungen der Dresdner Staats- und Off-Theater zu besuchen und sich anschließend damit kritisch auseinanderzusetzen.
Die Teilnehmer erhalten zur Vorbereitung des jeweils nächsten Treffens ein Schreiben mit Hinweisen und Aufgaben und gegebenenfalls auswertenden Bemerkungen zum vergangenen Termin.
Die Teilnehmer bekommen, soweit möglich, Materialien in schriftlicher Form ausgehändigt, die die Übungen samt methodischer Hinweise zum behandelten Thema enthalten.
Die Teilnehmer erhalten eine Liste mit weiterführender Literatur.
Die Teilnehmer sind verpflichtet, am Ende des Kurses eine schriftliche Arbeit von zehn Seiten anzufertigen, in der sie sich mit dem Gelernten und/oder Erfahrungen ihrer eigenen Praxis auseinandersetzen. Das Thema wird individuell verabredet.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses wird den Teilnehmern ein Zertifikat ausgehändigt.
Teilnahmedisziplin ist erforderlich, da die einzelnen Schritte des Kurses aufeinander aufbauen und die Gruppenarbeit während der Wochenenden und der Arbeitswochen zuverlässige Mitarbeit erfordert.
Für die Arbeit sind Trainingskleidung und Schreibzeug erforderlich.
Fotografieren und Videoaufzeichnungen sind willkommen.
Freie Kommunikation miteinander, Interaktion und Selbstorganisation, gemeinsame Projekte und Erfahrungsaustausch auf verschiedensten Ebenen - all dies sind ausdrückliche Ziele der gemeinsamen Arbeit!