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„Auswirkungen von sexualisierter Gewalt auf Kinder und Jugendliche und notwendige Konsequenzen“ Eindrücke aus der Fachtagung am 30. Mai 2011 in LeipzigDas brisante Thema sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen stand am 30. Mai 2011 im Mittelpunkt einer Fachtagung in Leipzig. Sie erfolgte in Kooperation mit dem Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsen, vertreten durch Heike Siebert, Landesjugendwartin für Mädchenarbeit, der Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking Frauen für Frauen e. V. Leipzig, vertreten durch Gabriele Eßbach, und der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) Stuttgart, vertreten durch Susanne Käppler. Für die Kinder- und Jugendarbeit ist der Schutz von Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt zentrales Thema. Darin begründet liegt auch das große Interesse an dem mit mehr als 100 Teilnehmer/innen ausgebuchten Fachtag. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen von Einrichtungen der Jugendarbeit verfolgten aufmerksam die Fachvorträge und brachten sich intensiv in die angebotenen Workshops ein. Elisabeth Helming vom Deutschen Jugendinstitut in München sprach über „Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen – Auswirkungen und Herausforderungen für das Recht und die Unterstützungspraxis“. Der anschließende Workshop „Strafanzeige ja oder nein?“ gab den Teilnehmer/innen die Möglichkeit, über den Umgang mit dem Vorwurf sexueller Übergriffe und Verdachtsfälle zu diskutieren. Dr. Catarina Katzer vom Deutschen Jugendinstitut in Köln brachte den Teilnehmern in ihrem Vortrag „Tatort Internet – Sexuelle Gewalt in den neuen Medien“ die Gefahr sexueller Belästigung im virtuellen Medium nahe. Im Workshop „Verlorenes Vertrauen“ erläuterte Uta Avenarius aus Leipzig an Praxisbeispielen das Thema „Trauma“ sowie den Umgang mit traumatisierten Menschen. Die Tagung endete mit einem Vortrag über die „Kooperation und Transparenz: Wege einer Organisation im Umgang mit sexualisierter Gewalt“ von Susanne Hampe und Karin Leonhardt vom Berufsbildungswerk (BBW) Leipzig GmbH. Ziel der Fachtagung war es, Mitarbeiter/innen in der Jugendarbeit in ihrer Wahrnehmung von sexueller Gewalt an jungen Menschen zu sensibilisieren, Wege und Anregungen zur Einführung einer strukturierten Prävention gegen sexuelle Gewalt darzubieten und die Relevanz von Kooperation und Transparenz entsprechender Organisationen und Verbände im Umgang mit sexualisierter Gewalt zu betonen. Gleichzeitig war die Tagung Auftakt einer mehrteiligen und zertifizierten Qualifizierungsreihe des Landesjugendpfarramtes zur Prävention sexueller Gewalt. Eine Besonderheit der Fachtagung war die Präsentation künstlerischer Arbeiten eines gemeinsamen Fachkräfteaustausches zwischen Deutschland und der Slowakei. Der Kunstworkshop fand Ende letzten Jahres in Bratislava unter der Leitung von Heike Siebert vom Landesjugendpfarramt Sachsen, Verena Landau, bildende Künstlerin und Dozentin am Institut für Kunstpädagogik Leipzig und Elena Jankuskova, Ev. Diakonie, Bratislava statt. Ausgestellt wurden 28 A4-Blätter mit Figuren, speziell Frauen aus Filmszenen zum Thema häusliche Gewalt, welche mit schwarz-weißer Farbe übermalt worden waren, wobei die Künstler bestimmte Elemente akzentuierten. Zwei größere Arbeiten zeigten die übermalten Figuren und Objekte in einer gemeinsam erarbeiteten Komposition. Durch die Projizierung und farbige Übertragung auf zwei schmale Leinwände entstanden die Endergebnisse des Workshops: Eine Arbeit zeigt Frauenfiguren und Gesichter in einer Situation der Bedrohung und Gewalt, in schwarz-weiß-grauen Farbtönen. Auf der zweiten Arbeit sind dieselben Figuren auf flächig gelb-grün grundiertem Untergrund in einer späteren Situation, teilweise mit positivem Ausgang, dargestellt. Die Methode ist eine Möglichkeit für Betroffene, ihre schweren Erlebnisse zu verarbeiten. „Betroffene können ganz schwer über ihre Erlebnisse reden. Das müssen sie hier nicht, sondern können sie visuell und künstlerisch verarbeiten“, erklärt Heike Siebert die Arbeitsmethode. Die bisher nur in der Slowakei gezeigte Wanderausstellung kommt jetzt nach auch Deutschland, damit möglichst viele Fachleute sie als ganz praktische Arbeitsmethode kennen lernen können. (Bettina Naumann) |








