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Sächsische Jugendliche als ökumenische Botschafter in München

veröffentlicht um 21.06.2010 06:42 von Christiane Thomas
Eindrücke aus sächsischer Sicht vom 2. Ökumenischen Kirchentag

„Sächsische Botschaft“ – unübersehbar überspannt der Schriftzug weiß auf grün den Messestand in Halle A6. Hinter der Bar und im Cafèbereich laden die „Botschafter“ in ihren dunkelgrünen T-Shirts fußmüde Messegäste zum Verweilen ein. Bei einem Kaffee oder Tee und sächsischen Knabbereien erzählen sie Kirchentagsbesuchern mal auf Sächsisch, mal in Englisch, aber immer mit guter Laune, welche Botschaft sie mitgebracht haben nach München.

Die mehr als 30 ehrenamtlichen Jugendlichen und die Mitarbeiter der Katholischen und der Evangelischen Jugend in Sachsen haben keine Mühen gescheut, ihrem Kirchentagsstand eine einladende und gesprächsanregende Atmosphäre zu geben. „Die Sächsische Botschaft ist“, so Alfred Debus vom Evangelischen Landesjugendpfarramt, „für einige Sachsen zu einem Ort geworden, an dem sie sich „daheeme fühlen“, mitten im Messe-Getümmel des Ökumenischen Kirchentages.

Aber auch Nicht-Sachsen fühlen sich angezogen vom Kaffee-Duft und von den leuchtenden Blüten des großen Hoffnungsbaumes. Und wer es geheimnisvoller mochte, der konnte in dem kleinen schwarzen Zelt mit der Riesenbrille auf dem Dach erfahren, wie die ökumenische Hoffnung schon hier und jetzt erlebbar werden kann. Der Blick durch die katholische und die evangelische Brille zeigte das gleiche Bild: mal fröhliche, mal nachdenkliche Menschen, junge und alte, mit orangenem Kirchentagsschal oder leuchtendgelbem, immer aber im Gespräch miteinander, achtsam und interessiert.
Gern nutzten die Gäste auch die Möglichkeit, Freunden und Daheimgebliebenen von einem der aufgestellten PCs eine Kirchentags-E-Card zu senden.
Besonders bei Kindern und Junggebliebenen beliebt war der Rollstuhlparcour des Behindertendienstes. Die kurfenreiche Strecke über Rampen und Hindernisse stellte selbst sportlich Geübte auf eine echte Probe und ließ erahnen, vor welchen Herausforderungen Behinderte in ihrem Alltag stehen.

Auch prominente Gäste aus Politik und  Kirche fanden den Weg in die Sächsische Botschaft. Einer der Gäste des ersten Tages war Martin Dulig, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der sächsischen SPD. Im Gespräch mit den Landesjugendpfarrern und anderen Standbesuchern erzählte er von seiner Beheimatung in der evangelischen Kirche in Sachsen, seinen Erfahrungen als Christ in der SPD, seinen Hoffnungen für die politische Zukunft in Deutschland und dass man als überzeugter Christ in der Politik durchaus Unterstützung gebrauchen könne.
Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière ließ es sich nicht nehmen, am Stand der Sächsischen Botschaft Halt zu machen. In einem langen Gespräch mit Jugendlichen und Mitarbeitern der Jugendarbeit ermutigte er zu stärkerem politischem Engagement der Jugendlichen.
Als Präsidentin des 33. Evangelischen Kirchentages 2011 in Dresden war es Katrin Göring-Eckardt ein besonderes Anliegen, die Sächsische Botschaft in München zu besuchen. Mit Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, durften die sächsischen Botschafter am Samstag prominenten katholischen Besuch empfangen.

Nach drei turbulenten, gesprächsintensiven und schlafarmen Tagen schloss am Samstag der Messestand der Evangelischen und Katholischen Jugend aus Sachsen. Ihre Botschaft der gelebten Ökumene wird weitergetragen werden, denn in München wurde sie für viele erfahrbar, spürbar, sichtbar.