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Darf's ein bisschen mehr sein?

veröffentlicht um 01.02.2012 05:54 von Christiane Thomas   [ aktualisiert 09.02.2012 06:42 von Referat Jugendbildungsarbeit ]
Ökumenische Hauptamtlichentagung der Jugendmitarbeiter/innen vom 23.-26. Januar 2012 setzt neue Impulse zum Thema "Nachhaltig leben zwischen Quantität und Qualität"
 
"Hauptberufliche und Ehrenamtliche suchen mit Jugendlichen nach dem Sinn des Lebens, nach dem, wofür es sich einzusetzen lohnt und letztlich nach den Absichten Gottes für sie selbst und diese Welt. Es geht um die geradezu banale wie tief existenzielle Frage, wie man ein glückliches Leben führt. Dabei ist wohl in erster Linie die Gegenwart im Blick. Zugleich wird die Verantwortung dafür empfunden, aus dem eigenen Leben mit Blick auf die Zukunft "etwas zu machen". Wenn das so ist, muss Evangelische Jugendarbeit sich damit beschäftigen, was heute trägt und morgen noch Bedeutung haben wird."
 
Mit diesen Worten leitete Landesjugendpfarrer Tobias Bilz seine Rede an die evangelischen Jugendmitarbeiter/innen ein, in der er in 10 Thesen Aspekte eines weltverändernden Verhaltens im Sinne des entstehenden Gottesreiches darlegte. Ein Überdenken des eigenen Lebensstils, der Einstellung zum Konsum, gerechte und achtsame Beziehungen zu anderen Menschen und der Blick für die Schönheiten dieser Welt spielen dabei eine zentrale Rolle.
 
Zu Beginn der Tagung einigten sich die 120 überregionalen kirchlichen Jugendmitarbeiter/innen zunächst auf einen Nachhaltigkeitsdefinition. Der ursprünglich aus dem sächsischen Bergbau stammende und heute fast inflationär gebrauchte Begriff bedeutet demnach, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen, ohne die Bedürnisse zukünftiger Generationen zu gefährden, und schließt ökologische, ökonomische und soziale Faktoren ein.
 
In Workshops und Vorträgen erhielten die Teilnehmenden sowohl ganz praktische als auch neue theoretische Impulse für ihre Arbeit mit Jugendlichen zu dieser Thematik. Hervorzuheben waren dabei die 3 Hauptvorträge:
Yvonne Zwick, Dipl.-Theologin und wissenschaftliche Referentin in der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung, sprach über "Das Prinzip Nachhaltigkeit - eine theologisch-ethische Perspektive".
Sigrun Höhne, Beauftragte für den kirchlichen Dienst auf dem Land und Umweltmanagement der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zeigte in ihrem Vortrag "Mit kleinen Schritten viel erreichen - Klimaschutz praktisch für kirchliche Einrichtungen" sehr lebensnah und motivierend konkrete Möglichkeiten auf, was in kirchlichen Einrichtungen in Sachen Klimaschutz sinnvoll und umsetzbar ist.
Dr. Veit Laser, Referent für entwicklungsbezogene Bildung in der Arbeitsgemeinschaft der Ev. Jugend in Deutschland e.V. ging in seinem Vortrag "Nachhaltigkeit als Lernziel. Möglichkeiten und Grenzen globalen Lernens in der christlichen Kinder- und Jugendarbeit" auf den pädagogischen Auftrag der Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeiter ein.
 
Der Abschlusstag war bestimmt vom Markt der guten Ideen. Das Markttreiben beherrschten alle Facetten nachhaltiger Projekte von "Apfall" über Holzheizung bis faire Rüstzeitversorgung. Dennis Kirchhoff aus dem Kirchenbezirk Meißen stellte beispielsweise sein Jugendprojekt "Mach was aus dem Apfall" vor, bei dem die reiche Apfelernte des letzten Jahres genutzt wurde und Jugendliche die Äpfel auf nicht genutzten Streuobstwiesen sammelten, um sie zu Saft verarbeiten zu lassen. Dieser wurde dann wiederum gegen eine Spende unter Durstigen verteilt.
 
Die ökumenische Tagung in Schmochtitz, die in diesem Jahr zum 14. Mal stattfand, wird sicher vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachhaltig in Erinnerung bleiben.
 
Hier geht es zur Tagungsdokumentation.