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Aktuelles

Anträge für Jugenddankopfer-Sonderzweck eingegangen

veröffentlicht um 02.02.2012 02:10 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit   [ 02.02.2012 02:28 wurde aktualisiert. ]

3 Projekte gehen in die Bewerbungsrunde
 
 In ihrer Frühjahrssitzung im März stimmt die Landesjugendkammer über den neuen Jugenddankopfer-Sonderzweck 2012 ab. 3 Projekte haben sich dafür beworben und werden hier kurz vorgestellt. Ihr bekommt damit die Möglichkeit, Euch von den inhaltlichen Schwerpunkten der Projekte ein Bild zu machen und über Eure Vertreter in der Landesjugendkammer Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen.
 
Alle Infos zu den Projekten findet ihr hier.
 

Darf's ein bisschen mehr sein?

veröffentlicht um 01.02.2012 05:54 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit

Ökumenische Hauptamtlichentagung der Jugendmitarbeiter/innen vom 23.-26. Januar 2012 setzt neue Impulse zum Thema "Nachhaltig leben zwischen Quantität und Qualität"
 
"Hauptberufliche und Ehrenamtliche suchen mit Jugendlichen nach dem Sinn des Lebens, nach dem, wofür es sich einzusetzen lohnt und letztlich nach den Absichten Gottes für sie selbst und diese Welt. Es geht um die geradezu banale wie tief existenzielle Frage, wie man ein glückliches Leben führt. Dabei ist wohl in erster Linie die Gegenwart im Blick. Zugleich wird die Verantwortung dafür empfunden, aus dem eigenen Leben mit Blick auf die Zukunft "etwas zu machen". Wenn das so ist, muss Evangelische Jugendarbeit sich damit beschäftigen, was heute trägt und morgen noch Bedeutung haben wird."
 
Mit diesen Worten leitete Landesjugendpfarrer Tobias Bilz seine Rede an die evangelischen Jugendmitarbeiter/innen ein, in der er in 10 Thesen Aspekte eines weltverändernden Verhaltens im Sinne des entstehenden Gottesreiches darlegte. Ein Überdenken des eigenen Lebensstils, der Einstellung zum Konsum, gerechte und achtsame Beziehungen zu anderen Menschen und der Blick für die Schönheiten dieser Welt spielen dabei eine zentrale Rolle.
 
Zu Beginn der Tagung einigten sich die 120 überregionalen kirchlichen Jugendmitarbeiter/innen zunächst auf einen Nachhaltigkeitsdefinition. Der ursprünglich aus dem sächsischen Bergbau stammende und heute fast inflationär gebrauchte Begriff bedeutet demnach, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen, ohne die Bedürnisse zukünftiger Generationen zu gefährden, und schließt ökologische, ökonomische und soziale Faktoren ein.
 
In Workshops und Vorträgen erhielten die Teilnehmenden sowohl ganz praktische als auch neue theoretische Impulse für ihre Arbeit mit Jugendlichen zu dieser Thematik. Hervorzuheben waren dabei die 3 Hauptvorträge:
Yvonne Zwick, Dipl.-Theologin und wissenschaftliche Referentin in der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung, sprach über "Das Prinzip Nachhaltigkeit - eine theologisch-ethische Perspektive".
Sigrun Höhne, Beauftragte für den kirchlichen Dienst auf dem Land und Umweltmanagement der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zeigte in ihrem Vortrag "Mit kleinen Schritten viel erreichen - Klimaschutz praktisch für kirchliche Einrichtungen" sehr lebensnah und motivierend konkrete Möglichkeiten auf, was in kirchlichen Einrichtungen in Sachen Klimaschutz sinnvoll und umsetzbar ist.
Dr. Veit Laser, Referent für entwicklungsbezogene Bildung in der Arbeitsgemeinschaft der Ev. Jugend in Deutschland e.V. ging in seinem Vortrag "Nachhaltigkeit als Lernziel. Möglichkeiten und Grenzen globalen Lernens in der christlichen Kinder- und Jugendarbeit" auf den pädagogischen Auftrag der Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeiter ein.
 
Der Abschlusstag war bestimmt vom Markt der guten Ideen. Das Markttreiben beherrschten alle Facetten nachhaltiger Projekte von "Apfall" über Holzheizung bis faire Rüstzeitversorgung. Dennis Kirchhoff aus dem Kirchenbezirk Meißen stellte beispielsweise sein Jugendprojekt "Mach was aus dem Apfall" vor, bei dem die reiche Apfelernte des letzten Jahres genutzt wurde und Jugendliche die Äpfel auf nicht genutzten Streuobstwiesen sammelten, um sie zu Saft verarbeiten zu lassen. Dieser wurde dann wiederum gegen eine Spende unter Durstigen verteilt.
 
Die ökumenische Tagung in Schmochtitz, die in diesem Jahr zum 14. Mal stattfand, wird sicher vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Neues Meldungsformular Jugenddankopfer online

veröffentlicht um 16.01.2012 02:18 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit   [ 16.01.2012 02:28 wurde aktualisiert. ]

Allen Jugendgruppen und Jungen Gemeinden, die in den letzten Wochen und Monaten Spenden für das Jugenddankopfer sammelten, ein herzliches Dankeschön für ihre Ideen und ihr Engagement.
 Nun sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kirchenbezirken gefragt, die Ergebnisse zu sammeln und weiterzureichen. Das neue Meldungsformular findet ihr dazu auf unserer Homepage unter www.jugenddankopfer.de in den Anhängen.
Bis spätestens 10. Februar 2012 sollte das Formular ausgefüllt an das Landesjugendpfarramt zurückgesendet und die Spenden überwiesen sein. Wir sind gespannt auf das diesjährige Ergebnis, das zur Frühjahrssitzung der Landesjugendkammer am 10. März 2012 bekannt gegeben wird.
 
Das Jugenddankopfer geht zu je einem Drittel an die regionale Jugendarbeit in den Kirchenbezirken, an landesweite Projekte, die vom Landesjugendpfarramt und den Jugendverbänden unserer Landeskirche verantwortet werden, und an einen jährlich neu gewählten Sonderzweck. Dieser ist jetzt bestimmt für einen Jugendraum und eine Freizeitanlage für die Ev.-Luth. Kirchgemeinde in Svetlyj/Kaliningrader Gebiet.

Mitwirkung bei EVA 2012

veröffentlicht um 13.01.2012 06:10 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit

Bewerbung zur Mitwirkung noch möglich!

Ihr könnt der EVA Peace Academy 2012 eine eigene Farbe oder Note geben. Dafür suchen wir Mitwirkende in folgenden Bereichen:

EVA lädt Akrobaten, Theater- und Tanzgruppen, Kleinkünstler, Chöre, Bands und Menschen mit weiteren tollen Beiträgen ein, die Open Air Bühne mit buntem Programm zu füllen.

Ihr habt schon mal was zum Thema Frieden oder Gewaltprävention gemacht? Bewirb Dich mit deinem Workshopangebot und gib deine Erfahrungen und dein Wissen weiter.

Die Morgenandachten in Unterkirche und Kuppel der Frauenkirche werden auch von Euch gestaltet. Bewerbt Euch mit einem Konzept für eine Andacht zum Thema „Friedenstreiber – Zwischen Küchentisch und Krisenherd“.

Bewerbung an:
Projektbüro EVA2012
Linn Rother
Georg Treu Platz 3, 01067 Dresden
E-Mail: info@eva-festival.de
Tel.: 0351.656 06 450
Fax: 0351.656 06 520

Teilnahmebedingungen/Infos:
1. Mit der Bewerbung muss ein Video oder detaillierte Beschreibung eures Angebots (bei Andachten/Workshops) oder ein Demoband (bei Musikbeiträgen), eingereicht werden, damit wir einen besseren Eindruck von euch bekommen können.
2. Der Beitrag sollte sich inhaltlich an unserem Motto „Friedenstreiber – Zwischen Küchentisch und Krisenherd“ orientieren und die Grundpfeiler des EVA-Konzepts aufgreifen.
3. Die Tontechnik für Veranstaltungen stellt EVA2012. Besondere Anforderungen bedürfen der Absprache, aus Kostengründen wird jedoch nicht alles realisierbar sein.
4. Bühnenbeiträge dürfen 25 min nicht überschreiten.
5. Die Entscheidung über den konkreten Veranstaltungsort und die –zeit liegt in den Händen des Veranstalters. Wünsche können geäußert werden.
6. Die Mitwirkung am Festival ist ehrenamtlich. Es werden von Seiten EVA2012 keine Kosten für Vorbereitung und Durchführung einschl. Fahrtkosten erstattet (ausgenommen Workshopangebote).
7. Mitwirkende erhalten das Festivalticket kostenfrei und zahlen (bei in Anspruchnahme) eine Pauschale für die Übernachtung in einem Jugendgästehaus und Frühstück in Höhe von € 35,00 pro Person.
8. Sollten bei der Aufführung szenischer Werke die Rechte nicht bei euch liegen, dann muss die Genehmigung von euch selbst eingeholt werden. EVA2012 übernimmt die damit verbundenen Kosten nicht.

Preisverleihung an die besten Krippenspieler der Langen Nacht der Krippenspiele

veröffentlicht um 11.01.2012 04:50 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit   [ 18.01.2012 02:29 wurde aktualisiert. ]

Junge Gemeinden aus Leipzig Connewitz/Lösnig und Nossen prämiert
Bereits zum fünften Mal trafen sich leidenschaftliche Krippenspieler aus ganz Sachsen zur langen Nacht der Krippenspiele. Immer in einer anderen sächsischen Großstadt stellten sie in diesem Jahr am 7. Januar in Leipzig ihre Krippenspiele noch einmal vor einem sachkundigen Publikum vor. Das Theater Junge Welt und LOFFT, eine Spielstätte für Tanz, Theater und Performance,  waren Spielort für die nachdenklichen oder witzigen, traditionellen oder modernen Weihnachtsgeschichten.
Am späten Samstagabend des vergangenen Wochenendes war es soweit – in acht Aufführungen hatten 120 Krippenspieler aus allen Teilen Sachsens ihre Krippenspiele präsentiert. Das Publikum und eine Jury hatten ihre Entscheidungen gefällt und die Preisträger nominiert.
Der Publikumspreis wurde durch Mitglieder des Arbeitskreises Spielen & Gestalten am Landesjugendpfarramt überreicht. Preisträger wurde die Junge Gemeinde aus Leipzig Connewitz/Lösnig mit ihrem Stück „Die Tür“. Im Mittelpunkt des mit sehr eindrucksvollen Kostümen ausgestatteten Spiels stand der Wirt des Gasthauses in Betlehem und dessen Darsteller, der aus seiner Rolle heraus von der Herausforderung und Beschwerlichkeit berichtete, seit Jahren immer wieder eben diesen Wirt spielen zu müssen.
„Manchmal kommt es anders“ war der spannungsreiche Titel des Stückes, das die Junge Gemeinde Nossen um den Gemeindepädagoge Christoph Birkner gemeinsam entwickelt und probiert hat. Wunderbar spielerisch und poetisch, witzig und mit Tiefgang erfolgte die Umsetzung des Textes. Die Jury prämierte dieses Stück mit einem weiteren Preis.
Nach der Bekanntgabe brach bei den Preisträgern der Jubel aus. Sie erwartet ein Wochenendworkshop, bei dem sie mit dem Leiter des Referates Theaterpädagogik - Spielen & Gestalten am Landesjugendpfarramt Sachsens, Lars Gustav Schwenzer, dem Schauspieler Willy Reach vom Theater Junge Welt Leipzig und dem Theaterpädagogen Frank Hohl an ihren schauspielerischen Fähigkeiten arbeiten können.
Foto: Christoph Beitz

Gemeinsames Vorgehen gegen Aufmärsche Rechtsextremer in Dresden

veröffentlicht um 12.12.2011 05:12 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit   [ 12.12.2011 05:30 wurde aktualisiert. ]

 Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens
hat in ihrer Sitzung am 2. Dezember das Anliegen der „Arbeitsgruppe 13. Februar" der Landeshauptstadt Dresden unterstützt, am 18. Februar 2012 mit einer gemeinsamen Kundgebung der demokratischen Kräfte ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Einstimmig begrüßt die Kirchenleitung unter dem Vorsitz von Landesbischof Jochen Bohl die bereits veröffentlichte Erklärung der Arbeitsgruppe und zollt dem Bemühen aller Beteiligten um eine gemeinsame Formulierung ihren großen Respekt.

In der „Arbeitsgruppe 13. Februar" sind neben Vertretern aller demokratischen Parteien im Stadtrat auch Personen aus Kirche, Kultur, Wirtschaft und zivilgesellschaftlicher Gruppen vertreten. Für die sächsische Landeskirche wirken vier Personen, darunter der Superintendent des Kirchenbezirkes Dresden Nord, Albrecht Nollau, und der stellvertretende Superintendent des Kirchenbezirkes Dresden Mitte, Pfarrer Christoph Schneider, in der Arbeitsgruppe mit.

  Darüber hinaus setzen die christlichen Kirchgemeinden in Dresden am 18. Februar 2012 mit Gebeten, Mahnwachen, einem Bittgang für den Frieden und einem vielfältig-fröhlichen Kulturprogramm am frühen Nachmittag in der Kreuz- und Dreikönigskirche selbst ein Signal gegen die für diesen Tag zu erwartenden Aufmärsche von Rechtsextremisten. Alle kirchlichen Veranstaltungen dieses Tages stehen unter dem Motto „Bunt unterwegs für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe". Die Gesamtplanung liegt in den Händen einer ökumenischen Planungsgruppe.
 
Auch die Evangelische Jugend in Sachsen wird sich an den Veranstaltungen beteiligen. Eine Arbeitsgruppe diskutiert derzeit in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendpfarramt Ziele und Möglichkeiten. Vertreter des Landesjugendpfarramtes und des Landesjugendkonventes nehmen an Treffen der "Arbeitsgruppe 13. Februar" teil.
Genauere Informationen über Aktionen der Evangelischen Jugend gibt es im Januar über die Homepage des Landesjugendpfarramtes, Facebook und andere Medien.

Offener Brief an Staatsminister Ulbig zur Kritik an der „Demokratieerklärung"

veröffentlicht um 05.12.2011 06:20 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit

Das Landesjugendpfarramt hat in einem Offenen Brief an den sächsischen Innenminister Markus Ulbig auf dessenVerteidigung der sog. "Demokratieerklärung" reagiert. Ulbig hatte sich in der Wochenzeitung "DER SONNTAG" in einem Interview mit der Kritik an der Bekenntnisabfrage auseinandergesetzt (siehe Landesjugendpfarramt streicht Projektstelle „Demokratie lernen - Aufklärung gegen rechte Strategien“). Sowohl Projektträger als auch deren Kooperationspartner, die Fördermittel aus dem Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen - für Demokratie und Toleranz" in Anspruch nehmen möchten, müssen die auch als "Extremismusklausel" bekannte Gesinnungsabfrage unterzeichnen.
 
Offener Brief
Sehr geehrter Herr Staatsminister Ulbig!

Sie haben im Rahmen eines Interviews in der Wochenzeitung „DER SONNTAG“, Nr. 49 vom 04.12.11, Stellung zur Kritik an der „Demokratieerklärung“ des Freistaates Sachsen genommen. Dabei bezeichneten Sie die Demokratieerklärung als „das mindeste, was verlangt werden kann, wenn es bei den Projekten um die Stärkung der Demokratie gehen soll“. Zugleich haben Sie die Frage aufgeworfen, ob jemand, der diese Unterschrift nicht leisten kann, überhaupt Partner für die Stärkung der Demokratie sei.

Mit diesen Äußerungen untermauern Sie den Eindruck, dass eben doch ein Generalverdacht denen gegenüber besteht, die ein Pflichtbekenntnis nicht für ein geeignetes Mittel zur Überprüfung der Verwendung von Fördermitteln sehen. Das bedauere ich außerordentlich!
Zugleich drängt sich mir die Frage auf, ob es denn bei der bisherigen Fördermittelvergabe zu dem von Ihnen befürchteten Missbrauch gekommen ist. Gibt es konkrete Anhaltspunkte dafür, dass „Feinde der Demokratie“ Mittel aus „Weltoffenes Sachsen“ erhalten haben?

Für das Ev. Landesjugendpfarramt und unsere Partner im geförderten Programm „Demokratie lernen“ möchte ich betonen, dass keiner unserer Partner die freiheitlichdemokratische Grundordnung in Zweifel zieht. Im Gegenteil, wir tun gemeinsam alles dafür, unsere Demokratie zu verteidigen. Deshalb ist Ihre Meinungsäußerung für unsere Demokratiearbeit ein schwerer Rückschlag und im Blick auf die Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen Vertrauen zerstörend.

Geradezu erschüttert bin ich darüber, dass Sie die Bedenken derer, die ihre Unterschrift nicht leisten möchten, nicht einmal ansatzweise zu verstehen versuchen. Stattdessen reagieren Sie mit öffentlichem Argwohn. Sollte in der Staatsregierung schon in Vergessenheit geraten sein, wie es um einen Staat bestellt ist, der seine Legitimation durch erzwungene Bekenntnisse zu gewinnen versucht?

Es ist sehr begrüßenswert, dass Sie „Weltoffenes Sachsen“ um einen Millionenbetrag aufstocken möchten! Werden die Förderbedingungen weiterhin so gestaltet wie bisher, wird der Einsatz dieser Gelder jedoch eher verhindert. Dazu gehört neben der Demokratieerklärung auch die unzweckmäßige Praxis der Fördermittelvergabe.

Noch einmal: Die verschärfte Form der Demokratieerklärung, wie sie der Freistaat Sachsen verwendet, ist für die Vermeidung des von Ihnen befürchteten Missbrauchs ungeeignet und unnötig. Dafür gibt es geeignete andere Möglichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Bilz
Landesjugendpfarrer
 
Dresden, am 05.12.11

Landesjugendpfarramt streicht Projektstelle „Demokratie lernen - Aufklärung gegen rechte Strategien“

veröffentlicht um 24.11.2011 05:12 von Bereich Sekretariat   [ 25.11.2011 01:47 wurde aktualisiert. ]

Das Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsen wird zum Jahresende die Projektstelle „Demokratie lernen - Aufklärung gegen rechte Strategien" beenden. Anlass für diese Entscheidung sind die unzumutbaren Förderbedingungen im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen - für Demokratie und Toleranz". „Wir bedauern sehr, dieses gute und wichtige Projekt unseres Hauses nicht weiterführen zu können, aber unter den aktuellen Voraussetzungen möchten wir die Förderung durch dieses nicht mehr in Anspruch nehmen", sagt Landesjugendpfarrer Tobias Bilz.

Hauptkritikpunkt des Landesjugendpfarramtes am Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen" ist die Nötigung zur Unterschrift unter einer Gesinnungsabfrage, der sog. Extremismusklausel. Der Freistaat Sachsen hat als Voraussetzung für eine Förderung durch das Landesprogramm festgelegt, dass nicht nur jeder Projektträger, sondern auch jeder Partner des Projektes diese Klausel unterschreiben muss. „Damit werden unsere Partner unter Generalverdacht gestellt. Die Nötigung zur Unterschrift halte ich nicht für angemessen. Einige unserer Partner sind nicht bereit, die Extremismusklausel zu unterschreiben. Sie sehen ihre demokratische Grundhaltung ungerechtfertigter Weise in Zweifel gezogen. Ich kann das nachvollziehen."

Das Landesjugendpfarramt selbst hat für seine Projektreferentin Susanne Feustel die Unterschrift unter die Gesinnungsfrage geleistet. In der Abwägung war dem Landesjugendpfarramt wichtiger, die Anstellung von Susanne Feustel zu sichern und damit die Fortführung des Projektes zu gewährleisten.

Ein weiterer Kritikpunkt am Förderprogramm „Weltoffenes Sachsen" ist die Durchführung des Förderverfahrens: Die Zusage für die Förderung des Projektes wird nur für ein Jahr gegeben und erst im laufenden Projektjahr erteilt. Im Jahr 2011 ist sie erst Ende Mai erfolgt. Die damit verbundenen Unsicherheiten für die berufliche Perspektive der Projektmitarbeiterin sind auf die Dauer nicht zumutbar.

Das Projekt „Demokratie lernen - Aufklärung gegen rechte Strategien" hat das Landesjugendpfarramt im Jahr 2008 entwickelt. Susanne Feustel arbeitet mit Schulen und Jugendgruppen zusammen, um Jugendliche über Aktivitäten von Neonazis in der Gesellschaft aufmerksam zu machen, sie für die Gefahr neonazistischer Einflüsse, z.B. durch die Schulhof-CD der NPD, zu sensibilisieren und mit ihnen Chancen und Herausforderungen einer demokratischen Lebensform zu diskutieren. Außerdem bietet sie Weiterbildungsveranstaltungen zu diesem Themenkomplex für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an. Jährlich finden zwischen 20 und 30 eigene Veranstaltungen statt, dazu kommen Kooperationsveranstaltungen und Fachtage sowie ein ständiges Beratungsangebot bei inhaltlichen Fragen zum Themengebiet. Das Projekt wurde von Beginn an durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen" in einer Höhe von bisher ca. 97.000 Euro seit 2008 gefördert. „Dafür bin ich nach wie vor sehr dankbar, hat es uns doch die Möglichkeit eröffnet, im Kampf gegen Rechtsextremismus aktiv zu werden", so Tobias Bilz.

Zukünftig wird Susanne Feustel in einem Kooperationsprojekt von Landesjugendpfarramt und dem Verein Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder VCP ein Projekt mit ähnlichen Schwerpunkten leiten, wie die Stärkung demokratischer Werte und Strukturen und Aufklärung zum Thema Neonazismus. Allerdings erfolgt die Projektfinanzierung in Zusammenarbeit mit einem anderen Förderprogramm, dem Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe". Auch dort muss der Träger des Projektes mit seiner Unterschrift ein Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung leisten, nicht aber dessen Kooperationspartner.

 

EVA goes International

veröffentlicht um 21.11.2011 01:13 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit   [ 21.11.2011 01:21 wurde aktualisiert. ]

Internationalen Gäste können kostenfrei teilnehmen 
 Nächstes Jahr ist wieder EVA! Und als "International Peace Academy" lädt EVA internationale junge Menschen ein, über Krieg, Frieden und Versöhnung zu diskutieren. "Friedenstreiber" zu werden.

Das besondere Angebot für internationale Gäste:
Alle internationalen Gäste können kostenfrei an der Veranstaltung teilnehmen.

Kosten für Unterbringung und Verpflegung werden für Gäste aus strukturschwachen Ländern ebenfalls übernommen. Ein Reisekostenzuschuss kann auf Antrag ermöglicht werden.

Wir würden uns freuen, viele Menschen vieler Sprachen und vieler Ideen nächstes Jahr in Dresden zu begrüßen!
Wir helfen auch gerne bei der Klärung für benötigte Visa.

Bitte wende Dich bei Fragen an:
Linn Rother,
Stiftung Frauenkirche Dresden
Projektbüro EVA
Georg-Treu-Platz 3, 01067 Dresden
Telefon 0351 656 06 450
Fax 0351 656 06 520
E-Mail: lrother@frauenkirche-dresden.de
www.eva-festival.de
 
Ansprechpartnerin im Landesjugendpfarramt:
Caroline Richter
Referat Interkulturelle Bildung und Kulturarbeit
Caspar-David-Friedrich-Str.5, 01219 Dresden
Tel: 0351-4692-426
 

GEFÄHRLICHE NÄHE

veröffentlicht um 11.11.2011 01:09 von Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens Refereat Öffentlichkeitsarbeit

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Ergebnisse des deutsch-slowakischen Frauenfachkräfteaustausches zu häuslicher Gewalt und ihren Spätfolgen im September 2011


 Der Fachkräfteaustausch mit Sozialarbeiterinnen aus Bratislava behandelte das schwere und herausfordernde Thema »Häusliche Gewalt und ihre Spätfolgen«.

Im ersten Teil des Fachkräfteaustausches in Bratislava im Oktober 2010 dienten Bilder aus Spielfilmen als Grundlage für die künstlerische Arbeit – Filmszenen, die von Gewalt an Frauen und Kindern in der Familie handelten. Die Fachkräfte schauten sich diese gemeinsam an und diskutierten die unterschiedlichen Perspektiven. Anschließend wurden einzelne Bilder ausgewählt, die den Moment vor und nach der Gewalterfahrung zeigen, verschiedenen Momente und Möglichkeiten der Figuren in der filmischen Handlung. Durch die Übermalung der ausgedruckten Filmstills konnten die slowakischen und deutschen Fachkräfte ihrem subjektiven Blick und ihren persönlichen Assoziationen zur Thematik Ausdruck verleihen. Aus den individuellen Arbeiten als Vorlagen wurden zwei großformatige Gemeinschaftsarbeiten komponiert und als Acrylmalerei auf Leinwand übertragen. Diese Ergebnisse konnten bereits in der Jugendbegegnungsstätte KROK der evangelischen Diakonie in Bratislava ausgestellt werden.

Der darauf folgende Kunstworkshop in Dresden im September 2011 knüpfte inhaltlich und formal an die bisherige gemeinsame Erfahrungen an. Das Vorwissen über häusliche Gewalt und psychische Folgen konnte nun vorausgesetzt werden. Die Inhalte wurden, wie in Bratislava, durch Besuche von entsprechenden Einrichtungen vertieft.

Im darauf aufbauenden Kunstworkshop stand das Thema »Nähe- und Distanz« als Grundproblem und Ursache für Beziehungskonflikte, Aggression und Gewalt im Zentrum.

Bewegungsworkshop mit Marlen Schumann

Am ersten Tag führte die Leipziger Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Marlen Schumann durch einen Bewegungsworkshop in die Thematik ein. Es wurden Grenzen zwischen Nähe und Distanz beim Gehen durch den Raum ausgelotet.
Während ein Teil der Gruppe die Bewegungsübungen im Raum vollzog, zeichnete der andere Teil die Bewegungen aus der Beobachtung heraus in Tusche auf Chinapapier.
Die Frauen empfanden diesen Einstieg als sehr gelungen, als herausfordernd, aber auch entspannend. Alle Frauen haben sich sehr intensiv auf die Übungen eingelassen und sind sich dabei einander begegnet. Die hier erfahrenen Situationen ließen sich im Gespräch auf Alltagssituationen übertragen und die Teilnehmerinnen empfanden den Workshop als anregend, um alltägliches Verhalten zu analysieren und andere Lebenswirklichkeiten besser zu verstehen.

Collageworkshop mit Verena Landau

Das Thema »Nähe und Distanz« bildete auch den thematischen Hintergrund für den größeren Teil des Kunstprojekts, den Collageworkshop mit Verena Landau. Die Künstlerin und Kunstpädagogin führte durch einen Vortrag über die Collagen der Dada-Künstlerinnen in die Thematik ein. Es ging darum, zu verdeutlichen, wie diese Künstlerinnen der Avantgarde des 20. Jahrhunderts als Reaktion auf eine Kultur der Gewalt mit traditionellen Kunstformen brachen, um Bilder aus der Alltagswelt zu zerschneiden und mit neuen Bedeutungen zusammenzufügen. Heute nennt man diese Methode »cut and paste« oder Copy-Art.

Die deutschen und slowakischen Frauen hatten bereits aussagekräftiges Bildmaterial aus Zeitungen mitgebracht und fotokopiert. Im Format Din-A3 entstanden nun Kombinationen aus Bild und Text, die sowohl individuelle als auch gesellschaftsrelevante Aussagen verknüpften. Die Plakate der Multiplikatorinnen berühren und verstören durch subtile Andeutungen, aufgeworfene Fragen und ironische Kommentare. Die Reduktion auf Schwarz-Weiß und wenig Farbe unterstützt die Kraft der jeweiligen Aussage. Es zeigte sich in der Auswertung, dass die Frauen etwas von der Einführung zu Dada und den Anleitungen von Verena Landau mitnehmen konnten – jedoch ohne Vorbilder zu imitieren, sondern im Erkunden einer eigenen Bildsprache, die dem jeweiligen Themenaspekt entsprach.

Die Fachkräfte äußerten in der abschließenden Auswertung des Projektes, dass sie Anregungen und Impulse für ihre eigene Arbeit im sozialen und therapeutischen Bereich mit von Gewalt Betroffenen erhalten haben.

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